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Wie Dein Körper wirklich spricht – woher die Körper-Sprache wirklich kommt - und was sie wirklich sagt

 

"Man kann nicht nicht kommunizieren" - Paul Watzlawik

 

Pferde sprechen Körpersprache. Soweit ist das wahrscheinlich heutzutage jedem Pferdemenschen klar. Ich weiß 😉.

Trotzdem würde ich hier gerne noch mal einiges Wichtiges für mich, oder vielmehr – für die Pferde – dazu sagen und beitragen

Also …

Was heißt das eigentlich wirklich? Körpersprache…

Ich persönlich habe zu dem Thema ich in den letzten 30 Jahren viele, viele Meinungen und Techniken gehört, gesehen, gelesen. erfahren und erlebt.

Als Kind, noch mal 10 Jahre früher...habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht 😉 und bin, wie Kinder so sind, intuitiv an die Sache mit der Kommunikation an das Pony herangegangen.

(zusammengezählt bin ich jetzt tatsächlich 50 Jahre jung. Wie ist das bloß wieder passiert ..haha)

 

Zum Thema zurück:

Es ging in den Aussagen zur Körpersprache fast immer um äußerlich – körperlich taktile und technische Handlungen. Um Techniken, die gelernt werden sollen, damit das Pferd dies und das macht…

Oft ging es auch gar nicht mal um das Thema Körpersprache und Kommunikation, sondern nur um Technik.

„Drehe den Oberkörper… nimm Deinem Arm und zeige in die Richtung… schaue in die Richtung…laufe schneller… laufe langsamer… bewege das linke Bein nach hinten…nimm den Zügel kürzer….usw ..usw.

Alles auf der jeweiligen Ebene bestimmt richtig und auch total wichtig! Nicht falsch verstehen. Ich möchte hier deutlich betonen, dass eine Technik, eine korrekte Hilfengebung immens wichtig ist zur Kommunikation und zur Ausbildung und Training des Pferdes.

 

Aber für mich gab es da irgendwie „etwas“ das dabei fehlte…

Das alles „komplett“ machen würde – ganzheitlicher ist. Etwas, was immer da sein sollte…BEVOR ich eine Hilfe gebe, bevor ich die Kommunikation beginne. Oder etwas, was dabei- zeitgleich sein muss.

Für mich heute das wirkliche Zusammenspiel aller Hilfen.

 

Darum soll es hier gehen.

Ich stellte jedenfalls fest, dass es „nur technisch“ irgendwie nicht mit dem Pferd funktionierte. Jedenfalls nicht harmonisch-weich-schwingend und verbunden, sondern oft hart und gegeneinander.

Auch wenn man seine Muskulatur noch so weich und rhythmisch einsetzt, wird es nicht so, wie ich es mir vorstellte. Es fehlte dieses Gefühl, dass manchmal wieder „da“ war – und manchmal eben nicht…

Diese verrückte, wahnsinnig schöne Gefühl des „Eins-Seins“…

Dieses Gefühl hatte ich als Kind- oder es tauchte auf, wenn ich alleine mit meinem Pferd war - und wir uns ganz auf uns besinnen konnten.

Verlorengegangen war es rückblickend irgendwo zwischen Kind – sein…und dem Reitunterricht im Reitverein als Jugendliche. Aber – was soll´s … Erfahrungen (auch körperliche Beeinträchtigungen durch falsches Reiten zu der Zeit) machen bekanntlich ja klüger und bringen einen ins „Vorwärts“ im Leben 😉

Ich bin froh, dass es mit fast 30 dann langsam in mein Leben zurückkam. Zu der Zeit, als mir der Begriff Horsemanship und die Menschen dazu begegneten.

Jedenfalls spürbar fühlten sich die Pferde „ohne dem“ auch nicht wohl. Nicht motiviert und nicht sicher und begleitet. Das Ganze „Tun“ in der Reitbahn schien für sie "so" auch einfach keinen Sinn oder Spaß zu machen. Klar. Es glich eher eine Abfolge von Anweisungen. Wer hat dazu schon Lust. Ich vergleiche das gerne mit dem Schulsystem, das man durchlebt – bzw „irgendwie überlebt“ hat ;).

Auch da darf man sich natürlich hinzunehmend grundsätzlich hinterfragen, ob man überhaupt „pädagogisch wertvoll“ und motivierend arbeitet.

 

Warum also funktioniert, trotz guter körperlich, technischer Ausführung und Wissen über Biomechanik & Co vieles oft einfach nicht?

Oder besser – warum ist unser Pferd dabei trotzdem verspannt, oder unwillig, vielleicht sogar bockend? Und läuft auch einfach nicht in den in für ihn gesundheitlich so wichtigen Reitpferde – Bewegungsmustern?

Viele Reiter kommen aus meiner Sicht heutzutage nicht über den ersten und zweiten Punkt der Ausbildungsskala hinweg. Takt und Losgelassenheit. Wo ist die so oft? Und ich bin mir sicher, dass wirklich fast alle Reiter sie erreichen möchten. Wirklich.

 

Grund aus meiner Sicht und Erfahrung:

Ganz einfach.

Weil sich das Pferd niemals nur nach äußerlichen körperlichen Techniken ausrichtet, sondern sich immer über eine feine innere Wahrnehmung in Form einer Energie. Es agiert und reagiert hauptsächlich nur darauf. Alles andere ist gar nicht seine Natur! Nur die diversen und unterschiedlichsten Energien lassen es seinen Körper bewegen. Sonst nichts. Energien von Außen, aus der Natur, Wind, Regen, Sonne oder von anderen Herdenmitgliedern. Energien in Form von Impulsen aus ihm selber heraus. Reaktionen aus Angst, Gefahr, Enge, Lust, Freude, Freiheit und Sicherheit. Alles Energien….Seine Antennen für die Wahrnehmung dieser Energien sind so fein, dass es sie schon im Ansatz spürt. Für Fluchttiere übrigens völlig normal und wichtig zum Überleben. Es lebt in dieser Welt. Deshalb spürt es auch immer ganz genau, in welcher Stimmung (Energie) wir gerade sind. Oft früher als wir selber 😉.

Warum wir in einer bestimmten Stimmung sind, gilt es dann für uns herauszufinden und uns bewusst zu machen.

Natürlich reagiert es dann noch Berührungen (was wir dann ja mit unserer Hilfengebung – taktil - nutzen zur Kommunikation) – in Form von Impulsen. Wie stark diese dann auch immer in zweiter und dritter Instanz untereinander eingesetzt werden. Aber auch diese Berührungen/Impulse entstehen aus einer Energie und werden nicht schiebend oder drückend eingesetzt in seiner Welt!

Wir kommunizieren also eventuell gar nicht wirklich in seine Sprache! Wir machen etwas mit unserem Körper und erwarten eine Reaktion. Das Pferd wird quasi nur benutzt. Es wird geritten, geführt o.Ä.  und sein Körper soll etwas machen, weil wir es an seinem Körper berühren. Wie bei einem Gerät, dass man umschaltet oder an – und ausmacht. Aber die aussagenden Energien, die es verstehen würde, sind eventuell gar nicht da. Es findet dann einfach keine ihm vertraute Kommunikation statt. Das Pferd kann uns somit nicht verstehen. Auch wenn es wollte. Dazu müsste der Reiter in dieser Energie sein, die er gerne hätte, z.B. in der Energie des Antrabens „sein“. Die Energie, die hinter der taktilen Hilfe steht, müsste als erstes erfolgen (sein), um dann seinen Körper zu berühren, um dann gemeinsam loszulegen. Als erstes müssten wir in jeglicher Situation genau und bewusst wissen (denken & sein), was wir gleich machen müssen…oder wollen. Dazu gehört natürlich Konzentration und – was wir noch öfter lesen werden hier. Bewusstsein.

 

Bewusstsein - Darum soll es hier ebenfalls gehen.

Wo und wie entstehen diese Energie (Aussagen) in uns?  Können wir sie herbeirufen, steuern oder auch umschwenken oder umlenken?

 

Das Herdenverhalten

Das Herdenverhalten – also die Kommunikation untereinander und das Fluchtverhalten zeigt uns grundsätzlich schon ziemlich viel über Energien. Wir können sie spüren, wenn wir unsere Antennen dafür wieder „aktivieren“.

Das hieße also raus aus dem verbalen, technischen Verstand und hinein ins Gefühl und in die Verbindungen und Schwingungen.

Keine Angst. Der Verstand bleibt nicht außen vor. Er wird natürlich eingesetzt - für Funktionalität, für Planung der Rahmenbedingungen und für einige notwendige Handlungen.

Es geht in der Körpersprache wirklich hauptsächlich um Energie. Um die Energie der Verbindung. Der Energie unserer Gefühle & Emotionen, die wir aussenden oder aussenden möchten - und um die für uns fühlbare Energie der/des anderen. Um die Energien, die noch von Außen hereinkommen. Die wir gemeinsam meistern möchten (Schreckmanagement und Laedership).

 

Allgemein

Alles ist mit allem energetisch verbunden auf der Welt (das haben selbst die Wissenschaftler mittlerweile belegt). Und Energie kommt auch aus unserem Inneren… und ist spürbar.

 

In der Pferdeherde stehen also auch alle Mitglieder miteinander in Verbindung. Man kann sich das wie ein unsichtbares Band vorstellen. Wie unsichtbarer Strom, der fließt. Jede Gefühlsregung, äußert sich sofort im gesamten Körper. Genau betrachtet reagiert die Muskulatur in einer Abfolge darauf (Beispiel Flucht – Nacken-Rücken-Hinterbeine). Man nennt das im Allgemeinen Herdenverhalten.

Bei Vögeln oder Fischen funktioniert so der „Schwarm“ usw.

Genau diese Verbundenheit ist es, was das Gefühl des „Eins-Seins“ beim Reiten verursacht. Dieses 100% tige Miteinander, vom ersten Gedanken an. JEDES Pferd in der Herde ist sofort mit im Galopp, wenn wir eine flüchtende Herde beobachten. Das müssten wir doch auch auf uns zwei (Pferd und Mensch) übertragen können 😊.

 

Körpersprache, Energien und Emotionen und die Übertragung auf das Pferd

Wie in der Pferdeherde – sind Energien auch in uns und zwischen uns zu beobachten. Aus sämtlichen Situationen im Außen - und aus inneren Gedanken - und den darauffolgenden Emotionen, entsteht eine Energie, die in unseren Körper übergeht. Heißt, sie wird dort sichtbar und - spürbar - für andere und natürlich auch für unser Pferd. Das ist Körpersprache.

Emotionen wie Freude, Wut, Zorn, Angst sowie natürlich Freude und Liebe…. 😊 All das spüren wir untereinander. Oder? Und natürlich könnte man auch beobachten, dass, wenn jemand wütend. gestresst oder ängstlich ist, dass seine Muskulatur gerade ziemlich angespannt ist oder sich langsam anspannt und – er sie in dem Moment auch nicht bestimmt loslassen kann!

-          Übertragen auf das Pferd und das Reiten. Spürt es Stress & Co (von uns, anderen Herdenmitglieder, Umfeld), kann es seine Muskulatur gar nicht loslassen… wir übrigens auch nicht (Reitersitz)…

 

Pferde leben grundsätzlich in einem entspannten Zustand. Immer. Nur in der Flucht kommt die Anspannung (mental und körperlich) Danach folgt sofort wieder die Entspannung.

Für das Pferd bedeutet Anspannung immer Gefahr.

-          Übertragen wieder auf das Reiten, bedeutet das, wenn wir gestresst und somit angespannt sind, fühlt das Pferd immer Gefahr.

Dauert der Stress-Zustand in uns an, oder wird unbewusst täglich wiederholt (durch unseren Alltag z. Beispiel), fühlt sich das Pferd langfristig nicht mehr sicher bei uns. Vertrauen verschwindet. Wir senden eventuell Gefahr aus und unternehmen nichts, um zu entkommen. Wir sorgen in seinen Augen nicht, wie es ein Herdenchef (Leader) handhaben würde - für unser Pferd und seine Sicherheit (oft führt das Pferd dann seine „Flucht“ selbstständig aus oder versucht es – ist angespannt …rennt unter dem Sattel.. ist nervös…lässt sich nicht gut führen...reißt sich los usw.)

 

Und nun das Gegenteil.

In der Liebe und Freude – in der Sicherheit und im Vertrauen - ist es genau umgekehrt. Alles fließt und ist leicht und weich im Körper. Keine Blockade. Alles ist in Balance.

-          Übertragen auf das Reiten - entspannte Muskulatur verursacht Pferde, die losgelassen gehen können. Bei Pferd und Mensch (Reitersitz) Die sogenannte Lebensenergie fließt. Es gibt keine Blockaden. Alles kann aus unserer sicheren Mitte heraus entstehen. Die Energie kann ins Vorwärts, in Dehnungen, in Versammlungen uvm gelenkt werden.

-          Übertragen auf die Beziehung - Unser entspannter Körper signalisiert - Sicherheit. Sicherheit bedeutet Vertrauen.

 

Wie erhalten und nutzen wir nun diesen, für das Pferd und das Reiten „positiv-sicheren Zustand“ in uns?

Durch Bewusstwerdung unserer Gedanken und der folgenden Emotionen, die sich dann im Körper widerspiegeln und eventuell Handlungen folgen lassen.

Nenne es auch Selbstreflexion.

 

Zur Wiederholung.

Unsere Gedanken lassen Emotionen entstehen. Emotionen spiegeln sich in unserem Körper. Der Körper spricht mit unserem Pferd. Alle entstehenden Energien sind spürbar.

Deshalb sagt man auch „Das Pferd ist Dein Spiegel“.

Das Pferd spiegelt uns die eigenen wirklichen inneren Aussagen zurück.

Das kann gut – oder weniger gut sein 😉.

Und da es sozusagen nur in der Lage ist, unser Inneres zu spüren, - würde auch positives denken nicht funktionieren. Das Pferd würde Dich durchschauen 😉. Mit Aussagen, die dann äußerlich taktil gegeben werden und nicht mit Deinen inneren Energien (Aussagen) zusammenpassen kann es überhaupt nichts anfangen. So entstehen übrigens viele Mißverständnisse.

 

Das Pferd ist Dein Spiegel..manchmal gefällt Dir was Du siehst und manchmal nicht..(.Buck Brannaman)

 

Hier jetzt ein kleiner Ausflug in die „menschliche Natur des Verstandes und der Gedanken“

Ein Wissen, dass wir benötigen, um unser „Körper-Geist-System“ zu verstehen und zu erkennen, um letztendlich das benötigte Bewusstsein dafür zu erlangen.

 

Der Mensch und sein Verstand (der Teil des Gehirns, der sich unterscheidet vom Pferd)

Wir können uns, im Gegensatz zu Pferd, gedanklich und somit emotional in die Zukunft oder in die Vergangenheit hineinversetzen.

Wir können also zukunftsorientierte Visionen fiktiv erleben. Spannend und toll, wenn es um unsere Zukunftspläne geht, oder wenn man gerne seinen Phantasien und Tagträumen folgt oder kreativ werden möchte.

 

Aus der Vergangenheit und ihren Erfahrungen können wir lernen oder uns in die schönsten Momente zurückversetzen.

Störend wird das erst, wenn wir in eine sogenannte fiktive Angst verfallen. Also einen Moment erleben, der im jetzigen Moment gar nicht „da ist“ (Zukunft) oder „nicht mehr da ist“ (Vergangenheit). Wir ihn aber jetzt deutlich negativ spüren und eventuell auch im Jetzt darauf reagieren und handeln. In der Psychologie nennt man das „Trigger“. Wir kennen das vielleicht aus Streitereien und ihren Vorwürfen aus der Vergangenheit, die plötzlich noch genauso weh tun, wie damals, obwohl heute vielleicht eine ganz andere Situation ist oder uns ein ganz anderer Mensch  gegenübersitzt. Das geht soweit, dass wir aus unsere Kindheit Programme in unserem Unterbewusstsein haben, die uns heute noch ständig reagieren lassen. Auch am Pferd.

Genauso können auch Zukunftsängste entstehen. Halten negative Situationen oder Ängste an, sind wir also ganz im Kreislauf einer Negativität gefangen, entstehen sogar Depressionen oder das sogenannte Burn-Out.

 

Aber - unser funktionaler Verstand (im Gegensatz zum Fiktiven) ist prima einsetzbar. Er kann nämlich planen und organisieren. Er ist in der Lage wirkliche Führung zu übernehmen. Er kann klar handeln (möglichst bitte aus dem wohlwollenden Herzen - und nicht dem Ego) und ohne Bewertung.

Er sieht die Situationen und Gegebenheiten, wie sie sind und nimmt sie an.

Wenn er im Hier & jetzt bleibt…. und klar bleibt….

 

Allerdings ist er, noch kurz erwähnt, nicht in der Lage neue Situationen zu meistern. Er fischt in seinen Gedächtnis - Schubladen nur nach schon Erlebten und gleicht ab… Das sind dann oft die Schwierigkeiten bei neuen Entscheidungen.

 

Östliche Weisheitslehren sprechen vom „Geist wie stilles Wasser“- egal wie die Wellen oberhalb der Wasseroberfläche sprudeln. Alle Energien angemessen. Schönes Bild …finde ich.

 

Den sprudelnden Geist nennen sie übrigens „Affengeist“ 😉

 

Unsere Gedanken kommen und gehen nämlich ununterbrochen. Wir beeinflussen bzw. wir lassen sie gar nicht wirklich entstehen. Sie entstehen aus den verschiedensten Impulsen. Aus äußerlichen Situationen, denen wir ausgesetzt sind, aus inneren Glaubensmustern, die sich gefestigt haben, aus den Erfahrungen, die wir gemacht haben, aus unserer Genetik usw. Wir springen quasi von einem Gedanken zum nächsten. „Synapsenbingo“ nennt das meine lieb Freundin Tina 😊.

Diese Gedanken zu beobachten kann erheiternd sein.

 

Das Beobachten unsere Selbst ist übrigens auch etwas, was in unserer Natur liegt. Ein Pferd kann das nicht. Es hat kein „ich“ (Ego) und kann mit unserem auch nichts anfangen 😉.

Und da wir alle einfach unterschiedlich sind -und Unterschiede erfahren haben im Leben, gibt es so viele verschieden emotionale Meinungen bzw. Äußerungen zu den Dingen.

 

Bleiben wir also hier bei den Fakten.

Wissenswert ist übrigens noch, dass alles, was wir tun und denken nur zu 5% bewusst ist - und somit 95% unbewusst!

Dein Herz schlägt Tag und Nacht für Dich, Dein Atem fließt ununterbrochen. Dein Körper an sich vollbringt täglich Wunder, die Zellen, die Organe…. Wirklich ein Wunder!

Deine Gedanken entstehen. Emotionen entstehen daraus. Das alles passiert ständig. Und fast alles unbewusst.

 

Holen wir uns hier jetzt einige Gedanken und Emotionen ins Bewusstsein – für unsere Körpersprache

Das ist natürlich alles ein Prozess. Das geht nicht „mal schnell“…

 

Der Anfang wäre erst einmal in Ruhe überhaupt für sich, seine eigenen Gedanken zu beobachten. So im „Aha-Modus“….

Danach im Alltag - in Momenten, wo man emotional aus o.g. Gründen reagiert… sich stoppen und sich seiner Gedanken BEWUSST werden. Emotionen auch zu benennen.

Danach am Pferd damit beginnen. Für manche ist es am Pferd einfacher, da es uns ja sofort alles spiegelt und auf alles aufmerksam macht, für manche dort erst recht schwierig… ausprobieren.

Ein Prozess. Klar. Aber ein intelligenter und langfristig harmonischer Prozess auf dem Weg des Lebens. Lohnt sich.

 

Einfaches Beispiel, wenn die Gedanken einfach abschwirren…

In der morgendlichen Schrittarbeit denken wir vielleicht gerade nach, was man kochen will heute… Das merken wir dann erst, wenn das Pferd plötzlich den Hufschlag verlässt oder beim Ausritt ins Gras läuft mit uns. Wir halten es dann eventuell für ungehorsam. Lustig.

 

Einfaches Beispiel, wenn wir nicht im Hier & jetzt sind…

Wir steigen auf, und denken schon an das gleich fordernde gute „Antreten“. Und wundern uns, dass das Pferd schon losläuft. Lustig.

 

Einfaches Beispiel zum „nutzen“ der Vorstellungskraft…

Versetzt Euch in den schönsten schwungvollen Trab, den ihr erlebt habt. Vielleicht auf einem herrlichen Waldausritt. Seid quasi schon in ihm! Seid ganz in der Vorstellungskraft – IN den Bildern – IM Trab - und nimmt die Energien aus diesen Gedanken und Gefühlen mit - in euren Körper – und dann in den Pferdkörper – und - los!

Übertragt das mal auf sämtliche Übungen bis in die hohen Lektionen 😉. Ein Prozess, wie gesagt…

Allgemein. Das Gehirn mag am liebsten alles in Bildern 😉.

 

Wichtig

Hier in dem Artikel geht es um Energien und die daraus resultierende Körpersprache. Die Hilfengebung in Bezug auf Körperausrichtung, Blick, der Reiter-Sitz, die Berührung mit Schenkeln und Zügeln bitte nicht außer Acht lassen. Sie ist genauso wichtig für die Manier der Bewegungsmuster! Natürlich!! Nur - die richtige Energie muss dahinter stehe - ohne sie funktioniert keine Hilfe korrekt. Sie ist dann "tot". Es findet keine Kommunikation mit einem Pferd statt.

 

Wir bauen später "alles" (s.o.) wieder zusammen - und – es gehört auch zusammen! Ein Beitrag über Körperbewusstsein in Bezug auf Muskulatur & Co sowie Hilfengebung folgt.

Ich hoffe nun zum Abschluss, ich konnte eine Notwendigkeit zur Bewusstmachung unserer Gedanken und Emotionen für unsere Körpersprache und für unser Zusammensein mit unserem Pferd und dem Reiten verdeutlichen.

 

                                                                                                          Zusammenfassung:

-          Für das Zusammenspiel aller Hilfen benötigen wir das Wissen um die Energien, die unsere innere, wirkliche Körpersprache hervorbringt (Spiegel). 

Erlebt habe ich diese übrigens - sehr prägend - das erste Mal ( "wieder“ - nur bewusst im Erwachsenenalter), auf einem Seminar mit Mark Rashid. Sie sind bis heute nicht mehr verloren gegangen.

-          Energie ist überall – auch in uns. Wir sollten sie nutzen. Pferde reagieren nur darauf und auf Berührungen. Druck und Zwang macht ihnen Angst.

-          Durch unsere Gedanken setzen wir Emotionen (und Handlungen frei), die unser Körper widerspiegelt.

-          Wir dürfen uns ein Wissen um die Natur des Menschen - und um die der Pferde aneignen, damit wir eine Kommunikation und Reiterei möglich machen  können, die nicht auf Druck und Zwang basiert! Die Pferde haben es verdient.

-          Bewusstheit ist der Schlüssel zu unserem Körper-Geist-System und somit zu gutem Reiten und - zu einer guten Beziehung zum Pferd.

-          Bewusstheit ist der Schlüssel zum Leadership.

-          Das durch Bewusstheit erlangte klare Denken, die erlangte innere Harmonie und das „Spiel der Energien“ kommt uns auch für alle anderen Dinge in unserem Leben und unsere Beziehungen zu Gute. Genauso wie für das Reiten und die Beziehung zum Pferd.

 

Das alles ist ein Prozess. Es gibt kein Ziel! Es gibt nur das tägliche Erleben.

„Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst“ (Johann Wolfgang von Goethe)

                                                      

 

Tanja Rühter

Pferdetrainerin auf diesem Weg & Mentalcoach.